Das Urteil:

Wäh­rend der Eltern­zeit hat man Anspruch auf  Ver­rin­ge­rung der Arbeits­zeit (Eltern­teil­zeit). Die­sen Anspruch hat man erst­ma­lig dann, wenn man ver­bind­lich fest­le­gen kann, für wel­che Zeit­räu­me Eltern­zeit “ver­langt” wird.

Die Klä­ge­rin woll­te nach der Geburt des Kin­des zunächst eine zeit­lang aus­set­zen. Ende Okto­ber 2004 bean­trag­te sie daher, nach Wie­der­auf­nah­me ihrer Tätig­keit ab dem 1. März 2006 nur noch fünf Stun­den im Rah­men der Eltern­teil­zeit zu arbei­ten. Die genau­en Daten der beab­sich­tig­ten Eltern­zeit wer­de sie noch mit­tei­len. Die­se Fest­le­gung erfolg­te nach Geburt des Kin­des im Janu­ar 2006. Den Antrag von Janu­ar 2006 lehn­te der Arbeit­ge­ber mit der Begrün­dung ab, er habe bereits im Okto­ber 2004 eine
„Ersatz­kraft“ in Voll­zeit ein­ge­stellt.

Der Arbeit­ge­ber kann eine Ver­ein­ba­rung über die Eltern­teilz­zeit aber nur aus drin­gen­den betrieb­li­chen Grün­den ableh­nen, so die Erfur­ter Rich­ter. Die­se lägen zum Bei­spiel vor, wenn der Arbeits­platz nicht teil­bar ist, der Arbeit­neh­mer mit der ver­rin­ger­ten Arbeits­zeit nicht ein­ge­plant wer­den kann oder kei­ne Beschäf­ti­gungs­mög­lich­keit besteht. Die­se Umstän­de müs­se der Arbeit­ge­ber dar­le­gen. Die Mit­tei­lung von Ende Okto­ber 2004 sei für den Arbeit­ge­ber aber nicht bin­dend, da sie zu unkon­kret sei. Den neu­er­li­chen Antrag der Klä­ge­rin auf Eltern­teil­zeit im Janu­ar 2006 kön­ne der Arbeit­ge­ber jedoch nicht ein­fach ableh­nen. Die vor­lie­gen­den Tat­sa­chen wür­den nicht den Schluss zulas­sen, dass der Beklag­te kei­ne Mög­lich­keit der gerin­ge­ren Beschäf­ti­gung der Klä­ge­rin habe. Die Beset­zung des Arbeits­plat­zes sei kein Argu­ment gegen die gerin­ge­re Beschäf­ti­gung.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 05.06.2007 — 9 AZR 82/07

Aktua­li­sie­rung zur Eltern­teil­zeit:

Das BAG hat ent­schie­den, dass An­trä­ge auf El­tern­zeit sind nur mit ei­gen­hän­di­ger Un­ter­schrift wirk­sam sind: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 10.05.2016, 9 AZR 145/15

Das Bun­­­des­el­­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­setz (BEEG)schreibt vor, dass man ei­ne El­tern­zeit spä­tes­tens sie­ben Wo­chen vor ih­rem Be­ginn beim Ar­beit­ge­ber schrift­lich be­an­tra­gen muss.

Al­ler­dings legt das BEEG nicht aus­drück­lich fest, was “schrift­lich” hei­ßen soll: Muss man den An­trag auf ei­nem Stück Pa­pier fest­hal­ten und ei­gen­hän­dig un­ter­schrei­ben, so wie das bei Kün­di­gun­gen oder Auf­he­bungs­ver­trä­gen not­wen­dig ist, oder ge­nügt ei­ne E‑Mail, ei­ne SMS oder ein Fax?

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) klar­ge­stellt, dass für ei­nen wirk­sa­men An­trag auf El­tern­zeit ei­ne ei­gen­hän­di­ge Ori­gi­­nal-Un­­ter­­schrift er­for­der­lich ist: BAG, Ur­teil vom 10.05.2016, 9 AZR 145/15