Stun­dung eines Über­zie­hungs­kre­di­tes wegen COVID 19

Dirk Tholl

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Die Fall­kon­stel­la­ti­on

Der Über­zie­hungs­kre­dit eines Kun­den wur­de am 15.03.2020 gekün­digt und der Kun­de soll­te den Über­zie­hungs­kre­dit bis zum 31.05.2020 zurück­zah­len. Hier­ge­gen hat er eine einst­wei­li­ge Ver­fü­gung beim Amts­ge­richt Frank­furt bean­tragt. Zu Recht?

AG Frank­furt a. M.Beschl. v. 08.04.2020 – 32 C 1631/20

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Stun­dung eines Über­zie­hungs­kre­di­tes auf Grund der Covid-19-Pandemie

Das Amts­ge­richt Frank­furt hat die einst­wei­li­ge Ver­fü­gung erlas­sen und die Antrags­geg­ne­rin, d. h. die Ban­ken, ver­pflich­tet, die Frist zur Rück­zah­lung des gekün­dig­ten Über­zie­hungs­kre­di­tes bis zum 31.05.2020 zu ver­län­gern, da der Antrag­stel­ler auf Grund der Covid-19-Pan­de­mie Ein­nah­me­aus­fäl­le hatte.

Ver­län­ge­rung gem. Art. 240 § 3 EGBGB

Art. 240 § 3 EGBGB sieht eine Ver­län­ge­rung der Rück­zah­lungs­frist zunächst für 3 Mona­te vor und hat den Rege­lungs­zweck, dem Ver­brau­cher im Fall der Dar­le­hens­kün­di­gung unse­rer kri­sen­be­ding­ten Not­la­ge finan­zi­ell Luft zu ver­schaf­fen, um ein Abglei­ten in die Über­schul­dung zu ver­hin­dern. Die­se vor­ge­se­he­ne Stun­dung trifft kraft Geset­zes ein, wenn der Dar­le­hens­neh­mer das Vor­lie­gen der tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nach­weist. Der Antrag­stel­ler war in der Lage, durch die Vor­la­ge eines Bewil­li­gungs­be­scheids über Eltern­geld, Unter­la­gen des Arbeit­ge­bers, wel­che sei­ne Kurz­ar­beit bestä­tig­ten, sowie sei­ner Kon­to­aus­zü­ge sei­ne Ein­nah­me­aus­fäl­le dar­zu­le­gen. Auch konn­te der Antrag­stel­ler glaub­haft machen, dass sei­ne aktu­el­len Ver­hält­nis­se der Covit-19-Pan­de­mie geschul­det waren. Die Bank konn­te nicht nach­wei­sen, dass die Stun­dung des Rück­zah­lungs­an­spruchs nach Art. 240 § 3 Abs. 6 EGBGB unzu­mut­bar war.

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